Begriffe · Prozent & Steuer 2026
Prozent-Glossar
25 zentrale Begriffe der Prozent-, Rabatt- und Steuermathematik, kompakt erklärt mit Rechenbeispielen.
- Abschlag
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Generisches Synonym für Rabatt, eine prozentuale oder absolute Reduktion vom ursprünglichen Preis.
Der Abschlag bezeichnet eine Preisreduktion, die vom Ausgangspreis abgezogen wird. Im Handel wird der Begriff oft synonym zu Rabatt verwendet. Im Versicherungs- und Energiebereich meint Abschlag dagegen eine Vorauszahlung auf eine spätere Endabrechnung, etwa monatliche Strom- oder Gasabschläge.
Mathematisch gilt: Endpreis = Ausgangspreis × (1 - Abschlag/100). Ein Abschlag von 15 Prozent auf 80 Euro ergibt 80 × 0,85 = 68 Euro. Der Abschlagsbetrag selbst beträgt 12 Euro, also die Differenz zwischen Ausgangs- und Endpreis.
Mehrere Abschläge werden in der Regel multiplikativ verrechnet, nicht additiv. Zwei Abschläge von je 10 Prozent ergeben deshalb nicht 20 Prozent, sondern nur 19 Prozent Gesamtabschlag (0,9 × 0,9 = 0,81). Dieser Effekt heißt im Handel auch Doppelrabatt-Trick und wird gezielt zur Preiskommunikation eingesetzt.
Verwandt: Rabatt,Skonto,Prozentsatz
- Aufschlag
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Generisches Synonym für Zuschlag, eine prozentuale oder absolute Erhöhung des Ausgangspreises.
Der Aufschlag ist das Gegenstück zum Abschlag. Auf einen Basispreis wird ein zusätzlicher Betrag aufgerechnet, etwa für Service, Steuer, Handelsmarge oder Risikoprämie. Im Bankwesen spricht man von Risikoaufschlag, im Tourismus von Saisonaufschlag oder Sicherheitszuschlag.
Die Formel lautet: Endpreis = Basispreis × (1 + Aufschlag/100). Bei einem Aufschlag von 25 Prozent auf 40 Euro ergibt sich 40 × 1,25 = 50 Euro. Der Aufschlag-Betrag selbst beträgt 10 Euro, also die Differenz zwischen Basis und Endpreis.
Im Handel ist der Kalkulationsaufschlag die wichtigste Form, er beschreibt den prozentualen Zuschlag vom Einkaufspreis auf den Verkaufspreis netto. Achtung: Aufschlag und Marge sind nicht identisch, weil sie unterschiedliche Bezugsgrößen verwenden. Ein Aufschlag von 100 Prozent entspricht einer Marge von 50 Prozent.
Verwandt: Kalkulationsaufschlag,Marge,Prozentsatz
- Basispunkt (BP)
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Ein Hundertstel eines Prozentpunkts, also 0,01 Prozentpunkte, gebräuchlich in Finanz- und Zinsmärkten.
Ein Basispunkt, abgekürzt BP oder bps (englisch basis point), entspricht 0,01 Prozentpunkten. 100 Basispunkte sind also genau ein Prozentpunkt, 1.000 Basispunkte zehn Prozentpunkte.
Die Einheit wird vor allem in der Finanzwelt verwendet, um kleine Veränderungen von Zinssätzen, Renditen oder Marktanteilen präzise auszudrücken. Wenn die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte anhebt, steigt der Zins um 0,25 Prozentpunkte. Anleihen-Spreads, Total Expense Ratio (TER) von ETFs und Hypothekenmargen werden ebenfalls in BP gemessen.
Beispiel: Steigt ein Kreditzins von 3,50 auf 3,75 Prozent, ist das eine Erhöhung um 25 BP, nicht um 25 Prozent. Die klare Unterscheidung von Prozentpunkten verhindert Missverständnisse bei kleinen Werten und ist im internationalen Bank- und Wertpapiergeschäft die professionelle Standardeinheit.
Verwandt: Prozentpunkt,Prozentsatz,Permille
- Brutto
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Preis oder Betrag inklusive aller Steuern und Abgaben, in Deutschland meist mit 19 oder 7 Prozent MwSt.
Brutto bezeichnet einen Wert inklusive Steuern, Abgaben oder Abzügen. Im Handelsverkehr meint Bruttopreis den Endpreis inklusive Umsatzsteuer. Im Lohnkontext steht Bruttogehalt für das Gehalt vor Steuern und Sozialabgaben, im Gegensatz zum Nettogehalt, das tatsächlich auf dem Konto landet.
Umrechnung Netto zu Brutto: Brutto = Netto × (1 + Steuersatz/100). Bei 100 Euro netto und 19 Prozent MwSt ergibt sich 100 × 1,19 = 119 Euro brutto. Bei dem ermäßigten Satz von 7 Prozent sind es 107 Euro.
Privatkunden zahlen immer Bruttopreise, Unternehmen kalkulieren intern netto, weil sie die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen können. Die Pflicht zur Bruttopreisangabe gegenüber Verbrauchern regelt die Preisangabenverordnung (PAngV), Verstöße können abgemahnt werden.
Verwandt: Netto,Mehrwertsteuer,Steuersatz
- Dezimal-Notation
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Darstellung eines Prozentwerts als Dezimalzahl, also 0,2 statt 20 Prozent, intern in Tabellenkalkulationen.
Die Dezimal-Notation stellt einen Prozentwert als Dezimalzahl zwischen 0 und 1 dar (bzw. größer 1 bei Werten über 100 Prozent). 25 Prozent wird zu 0,25, 150 Prozent zu 1,5, ein halbes Prozent zu 0,005.
In Tabellenkalkulationen wie Excel, Google Sheets oder LibreOffice Calc sind alle Prozentwerte intern dezimal gespeichert. Das Prozent-Format ist nur eine Anzeige-Konvention. Wer 0,2 in eine Zelle mit Prozent-Format eingibt, sieht 20 Prozent, der gespeicherte Wert bleibt 0,2.
Umrechnung: Dezimal = Prozent / 100. Beim Rechnen mit Formeln ist die Dezimal-Notation präziser und übersichtlicher, weil die Multiplikation direkt funktioniert. Statt 200 × 30 / 100 reicht 200 × 0,3. Auch Wachstumsfaktoren wie 1,05 (plus 5 Prozent) sind so direkt einsetzbar.
Verwandt: Prozentsatz,Hundertstel,Dreisatz
- Differenzbesteuerung
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Umsatzsteuer-Sonderregelung nach § 25a UStG, bei der nur die Marge des Händlers besteuert wird.
Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG ist eine umsatzsteuerliche Sonderregelung für Wiederverkäufer, die gebrauchte Waren, Kunstgegenstände, Antiquitäten oder Sammlungsstücke verkaufen. Sie verhindert eine doppelte Besteuerung bereits versteuerter Waren.
Statt den vollen Verkaufspreis zu besteuern, wird nur die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis (also die Marge) mit dem regulären Steuersatz von 19 Prozent belegt. Der Vorteil: Der Endpreis fällt günstiger aus, vor allem bei gebrauchten Autos, Gold oder Kunst. Voraussetzung ist, dass der Händler die Ware ohne Umsatzsteuer eingekauft hat.
Beispiel: Ein Händler kauft ein gebrauchtes Auto privat für 8.000 Euro und verkauft es für 10.000 Euro. Die Marge beträgt 2.000 Euro, davon sind 19 Prozent USt = 319,33 Euro herauszurechnen. Ein Vorsteuerabzug für den Käufer ist nicht möglich, weshalb das Verfahren vor allem Privatkunden zugute kommt.
Verwandt: Mehrwertsteuer,Marge,Brutto
- Dreisatz
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Rechentechnik zur Lösung proportionaler Aufgaben über drei bekannte Werte und einen gesuchten vierten Wert.
Der Dreisatz ist die klassische Schulmethode, um aus drei bekannten Werten den vierten zu ermitteln, wenn ein proportionaler Zusammenhang besteht. Er ist die Grundlage der Prozentrechnung.
Standard-Schema: 1. Schritt auf 1 zurückrechnen (Division), 2. Schritt auf die gesuchte Menge hochrechnen (Multiplikation). Beispiel: 5 Äpfel kosten 4 Euro, was kosten 8 Äpfel? Schritt 1: 1 Apfel = 4 / 5 = 0,80 Euro. Schritt 2: 8 Äpfel = 8 × 0,80 = 6,40 Euro.
In der Prozentrechnung wird der Dreisatz oft über den Grundwert gespielt: Wenn 20 Prozent gleich 50 Euro sind, dann ist 1 Prozent gleich 2,50 Euro und 100 Prozent (der Grundwert) gleich 250 Euro.
Verwandt: Grundwert,Prozentsatz,Prozentwert
- Effektiver Steuersatz
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Durchschnittliche Steuerlast in Prozent des Einkommens, anders als der Grenzsteuersatz auf die nächste verdiente Einheit.
Der effektive Steuersatz ist der Quotient aus tatsächlich gezahlter Steuer und steuerpflichtigem Einkommen, multipliziert mit 100. Er beschreibt die durchschnittliche Steuerbelastung über alle Einkommensteile hinweg und unterscheidet sich vom Grenzsteuersatz.
Beispiel Einkommensteuer 2026: Bei 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen fallen rund 10.300 Euro Steuer an. Der effektive Steuersatz beträgt damit 10.300 / 50.000 = 20,6 Prozent. Der Grenzsteuersatz für den nächsten verdienten Euro liegt im gleichen Beispiel bereits bei rund 35 Prozent, weil das deutsche Einkommensteuerrecht progressiv aufgebaut ist.
Die Unterscheidung ist wichtig für Verhandlungen über Gehaltserhöhungen oder Bonus-Zahlungen: Nicht der Durchschnitt, sondern der Grenzsteuersatz bestimmt, wie viel von einem Plus netto übrig bleibt. Der effektive Satz ist eher eine rückblickende Gesamtbewertung der Steuerlast.
Verwandt: Steuersatz,Prozentsatz,Brutto
- Ermäßigter Steuersatz
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Reduzierter Umsatzsteuersatz von 7 Prozent für Lebensmittel, Bücher, Hotelübernachtungen und weitere Güter des Grundbedarfs.
Der ermäßigte Steuersatz beträgt in Deutschland 7 Prozent und gilt nach § 12 Abs. 2 UStG für Güter und Leistungen des täglichen Bedarfs sowie für kulturelle Angebote. Er soll Grundbedürfnisse für einkommensschwache Haushalte erschwinglich halten.
Typische Anwendung: Lebensmittel (außer Getränke, Süßwaren und Restaurantbesuche bis 31.12.2023), Bücher, Zeitungen, Eintrittskarten für Theater und Museen, Personenbeförderung im Nahverkehr, ÖPNV, Hotelübernachtungen (nur Übernachtung, nicht Frühstück), tiergesundheitliche Leistungen und Kunstgegenstände.
Berechnung: Bei einem Buch netto 18,69 Euro ergibt sich 18,69 × 1,07 = 20,00 Euro brutto. Der enthaltene Steueranteil ist 1,31 Euro. Wer aus einem Bruttopreis von 20 Euro die enthaltene Steuer herausrechnen will, nutzt 20 / 1,07 × 0,07 = 1,31 Euro. Identisch funktioniert die Verkürzung 20 × 7 / 107.
Verwandt: Mehrwertsteuer,Steuersatz,Brutto
- Gewinnmarge
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Verhältnis von Rohgewinn zum Umsatz in Prozent, zeigt wie viel von jedem Euro Umsatz als Gewinn übrig bleibt.
Die Gewinnmarge beschreibt, wie viel Prozent eines Verkaufspreises als Gewinn übrig bleibt, nachdem die direkten Kosten abgezogen wurden. Sie ist eine zentrale Kennzahl im Handel und Controlling.
Formel: Gewinnmarge = (Verkaufspreis - Einkaufspreis) / Verkaufspreis × 100. Bei einem Einkauf von 60 Euro und Verkauf zu 100 Euro netto ergibt sich (100 - 60) / 100 = 40 Prozent Marge.
Im Unterschied zum Kalkulationsaufschlag (Bezug zum Einkaufspreis) ist der Bezug der Marge der Verkaufspreis. Beim gleichen Beispiel beträgt der Aufschlag (100 - 60) / 60 = 66,7 Prozent. Marge und Aufschlag sind nie gleich groß, das verwechseln viele Unternehmer.
Verwandt: Marge,Kalkulationsaufschlag,Aufschlag
- Grundwert
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Die 100-Prozent-Bezugsgröße einer Prozentrechnung, von der der Prozentwert abgeleitet wird.
Der Grundwert (G) ist die Bezugsgröße einer Prozentrechnung, also der Wert, der 100 Prozent entspricht. Vom Grundwert aus wird über den Prozentsatz der Prozentwert berechnet.
Klassische Beziehung: Prozentwert = Grundwert × Prozentsatz / 100. Bei einem Grundwert von 200 Euro und einem Prozentsatz von 15 Prozent ergibt sich ein Prozentwert von 30 Euro.
Häufiger Fehler: Bei Aufgaben, die nach dem ursprünglichen Wert fragen ("Nach 20 Prozent Rabatt kostet das Produkt 80 Euro, was war der Ausgangspreis?"), ist der Grundwert gesucht und nicht direkt gegeben. Die Umkehrung lautet: Grundwert = Prozentwert × 100 / Prozentsatz, hier also 80 / 0,8 = 100 Euro.
Verwandt: Prozentsatz,Prozentwert,Dreisatz
- Hundertstel
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Ein Hundertstel entspricht einem Prozent, also dem hundertsten Teil eines Ganzen.
Ein Hundertstel ist der hundertste Teil eines Ganzen, mathematisch ausgedrückt 1/100 oder 0,01. Genau dieser Bruchteil ist die Basis des Prozent-Begriffs, denn das Wort "Prozent" stammt vom lateinischen "per centum" für "auf hundert".
Ein Prozent ist immer ein Hundertstel des Grundwerts, unabhängig davon, wie groß der Grundwert ist. 1 Prozent von 200 Euro sind 2 Euro, 1 Prozent von 50 Euro sind 50 Cent.
Die Einheit ist eng verwandt mit dem Dezimalsystem: Drei Hundertstel können als 3 Prozent, 0,03 oder 3/100 geschrieben werden. Alle drei Notationen sind mathematisch identisch. Bei sehr kleinen Werten greift man auf Promille (Tausendstel) oder Basispunkte zurück.
Verwandt: Prozentsatz,Dezimal-Notation,Permille
- Kalkulationsaufschlag
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Prozentualer Zuschlag vom Einkaufspreis (EK) auf den Verkaufspreis (VK), Grundlage der Handelskalkulation.
Der Kalkulationsaufschlag ist der prozentuale Zuschlag, mit dem ein Händler vom Einkaufspreis (netto) auf den Verkaufspreis (netto) hochrechnet. Er deckt Handlungskosten, Gewinn und Risiken ab.
Formel: VK = EK × (1 + Aufschlag/100). Bei einem EK von 50 Euro und einem Aufschlag von 100 Prozent ergibt sich ein VK von 100 Euro netto. Der Aufschlag-Faktor 2 entspricht einer Verdopplung.
Verwechslungsgefahr mit der Marge: Bei einem Aufschlag von 100 Prozent beträgt die Marge nur 50 Prozent, weil der Bezug wechselt (EK statt VK). Faustregel für die Umrechnung: Marge = Aufschlag / (1 + Aufschlag/100). Im Beispiel: 100 / (1 + 1) = 50 Prozent.
Verwandt: Aufschlag,Marge,Gewinnmarge
- Marge
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Spanne zwischen Kosten und Verkaufspreis, in Prozent vom Verkaufspreis ausgedrückt.
Die Marge (auch Handelsspanne genannt) bezeichnet die prozentuale Differenz zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis, bezogen auf den Verkaufspreis netto. Sie ist eine zentrale Kennzahl in Handel, Industrie und Gastronomie.
Formel: Marge in Prozent = (VK - EK) / VK × 100. Bei einem EK von 30 Euro und VK von 50 Euro ergibt sich (50 - 30) / 50 = 40 Prozent Marge. In absoluten Zahlen sind das 20 Euro Spanne pro verkauftem Stück.
Wichtiger Unterschied zur Gewinnmarge: Während die Bruttomarge nur Einkauf und Verkauf vergleicht, zieht die Gewinnmarge alle direkten Kosten (Lager, Logistik, Werbung) ab. Die Nettomarge berücksichtigt zusätzlich Fixkosten und Steuern. Für valide Vergleiche zwischen Unternehmen muss immer die gleiche Marge-Variante herangezogen werden, sonst sind die Zahlen nicht aussagekräftig.
- Mehrwertsteuer
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Indirekte Verbrauchsteuer auf den Mehrwert von Waren und Dienstleistungen, in Deutschland 19 oder 7 Prozent.
Die Mehrwertsteuer (MwSt, umgangssprachlich auch Umsatzsteuer) wird nach § 12 UStG auf nahezu alle Lieferungen und Leistungen erhoben. Der Regelsteuersatz beträgt 19 Prozent, der ermäßigte Satz 7 Prozent. Sie ist die wichtigste Einnahmequelle des Bundes und der Länder.
Berechnung Aufschlag: Brutto = Netto × 1,19 (bzw. × 1,07). Berechnung Herausrechnen: Netto = Brutto / 1,19. Die enthaltene Steuer ist Brutto minus Netto oder direkt Brutto × 19 / 119, was rechnerisch identisch ist.
Unternehmer geben die MwSt an das Finanzamt ab, können aber gleichzeitig die selbst gezahlte Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehen. Wirtschaftlich trägt die Steuer der Endverbraucher, weshalb sie als indirekte Steuer gilt. Kleinunternehmer nach § 19 UStG dürfen keine MwSt ausweisen und sind damit für viele Privatkunden günstiger.
Verwandt: Steuersatz,Ermäßigter Steuersatz,Brutto
- Netto
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Preis oder Betrag ohne Steuern und Abzüge, im Geschäftsverkehr B2B die übliche Preisangabe.
Netto beschreibt einen Wert, der vor Steuern, Abgaben oder Abzügen liegt. Im Handel meint Nettopreis den Preis ohne Umsatzsteuer. Beim Gehalt steht Nettogehalt für die Auszahlung nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer sowie Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
Umrechnung Brutto zu Netto: Netto = Brutto / (1 + Steuersatz/100). Aus 119 Euro brutto bei 19 Prozent MwSt werden 119 / 1,19 = 100 Euro netto. Bei 7 Prozent Steuer ergibt sich aus 107 Euro brutto ein Nettowert von 100 Euro.
Im B2B-Handel sind Nettopreise üblich, weil Geschäftskunden die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Im B2C-Bereich verbietet die Preisangabenverordnung (PAngV) reine Netto-Preise gegenüber Endverbrauchern, der Bruttopreis muss klar erkennbar und endgültig sein.
Verwandt: Brutto,Mehrwertsteuer,Steuersatz
- Permille
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Englischer Begriff für ein Tausendstel, identisch mit dem deutschen Promille, Symbol Per Mille (per tausend).
Permille ist die englischsprachige Bezeichnung für Promille, also ein Tausendstel oder 1/1000. Der Begriff stammt vom lateinischen "per mille" für "auf tausend" und wird in internationalen Verträgen, technischen Normen und in der angelsächsischen Finanzliteratur als gleichwertige Schreibweise verwendet.
Umrechnung: 1 Permille entspricht 0,1 Prozent oder 0,001 als Dezimalwert. 25 Permille sind also 2,5 Prozent oder ein Faktor von 0,025. Die Einheit wird gewählt, wenn Prozent zu grob wäre, aber Basispunkte zu fein. Zehn Permille entsprechen einem Prozent, hundert Permille zehn Prozent.
Typische Einsatzfelder: Steuerbescheide (Grundsteuer-Hebesätze in Promille), Promille-Grenze im Straßenverkehr (Blutalkohol), Hypothekarzinsen in einigen Ländern, Versicherungs- und Rückversicherungs-Verträge sowie Kostenquoten von Investmentfonds. Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch ist "Promille" deutlich häufiger als "Permille", die Begriffe meinen aber das exakt Gleiche.
Verwandt: Promille,Basispunkt (BP),Prozentsatz
- Promille
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Ein Tausendstel eines Ganzen, Symbol das Tausendstel-Zeichen, zehnmal feiner als Prozent.
Promille (Symbol mit zwei Kreisen unter dem Bruchstrich) ist die deutsche Bezeichnung für ein Tausendstel. 1 Promille entspricht 0,1 Prozent oder 0,001 als Dezimalzahl. Das Wort stammt aus dem Lateinischen "per mille" und bedeutet wörtlich "auf tausend".
Umrechnung: Promille = Prozent × 10. 5 Prozent entsprechen 50 Promille, 0,3 Prozent sind 3 Promille. Die Einheit eignet sich für sehr kleine Anteile, bei denen Prozent unhandlich wäre, etwa Konzentrationsangaben in Chemie oder Medizin.
Bekannteste Anwendung in Deutschland: Die 0,5-Promille-Grenze für Alkohol im Straßenverkehr. Auch Hebesätze der Grundsteuer, Konzessionsabgaben sowie Salzgehalt im Meerwasser werden oft in Promille angegeben. In der Finanzwelt ersetzen häufig Basispunkte (1 BP = 0,1 Promille) die Einheit, weil noch feinere Abstufungen möglich werden.
Verwandt: Permille,Basispunkt (BP),Prozentsatz
- Prozentpunkt
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Additive Differenz zweier Prozentwerte, niemals identisch mit einer relativen prozentualen Veränderung.
Der Prozentpunkt (PP) ist die absolute Differenz zwischen zwei Prozentwerten. Steigt eine Quote von 4 auf 6 Prozent, ist das ein Anstieg um 2 Prozentpunkte, aber gleichzeitig ein relativer Anstieg von 50 Prozent. Beide Aussagen sind mathematisch korrekt.
Die Unterscheidung ist medienkritisch relevant. Beispiel Wahl: Eine Partei steigt von 10 auf 15 Prozent. Das sind 5 Prozentpunkte mehr, aber 50 Prozent Zuwachs. Beide Aussagen sind richtig, beschreiben aber Unterschiedliches. Wer Schlagzeilen schreibt, kann den Effekt durch die Wahl der Einheit verstärken oder abschwächen.
Faustregel: Wer zwei Prozentangaben direkt voneinander subtrahiert, rechnet in Prozentpunkten. Wer den Unterschied zur ersten Angabe ins Verhältnis setzt, rechnet relative Prozent-Veränderung. Bei kleinen Ausgangswerten sind die relativen Veränderungen oft dramatisch größer als die Prozentpunkt-Differenz.
Verwandt: Prozentsatz,Basispunkt (BP),Prozentwert
- Prozentrang
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Statistischer Wert, der angibt, welcher Prozentsatz einer Vergleichsgruppe unterhalb eines Messwerts liegt.
Der Prozentrang (auch Perzentil oder Quantil genannt) gibt an, welcher Anteil einer Vergleichsgruppe unterhalb eines bestimmten Werts liegt. Er wird in der Statistik, Bildungsforschung und Medizin verwendet.
Beispiel: Ein Schüler mit Prozentrang 80 hat ein besseres Ergebnis als 80 Prozent seiner Vergleichsgruppe. In der Pädiatrie gibt der Prozentrang Auskunft über Größe und Gewicht im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern.
Wichtig: Der Prozentrang ist kein Prozentsatz richtiger Antworten, sondern eine relative Positions-Angabe. Er sagt nichts darüber aus, wie groß der absolute Unterschied zwischen zwei Rängen ist. Zwischen Rang 90 und 99 kann mehr Differenz liegen als zwischen Rang 50 und 60.
Verwandt: Prozentsatz,Prozentwert,Grundwert
- Prozentsatz
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Verhältnis zwischen Prozentwert und Grundwert, ausgedrückt in Prozent, das "wie viele Hundertstel".
Der Prozentsatz (p) ist das Verhältnis zwischen Prozentwert und Grundwert, in Hundertstel ausgedrückt. Er beantwortet die Frage "wie viel Prozent eines Ganzen?" und ist eine dimensionslose Größe.
Formel: Prozentsatz = Prozentwert / Grundwert × 100. Bei einem Grundwert von 200 Euro und einem Prozentwert von 30 Euro ergibt sich 30 / 200 × 100 = 15 Prozent. In Dezimal-Notation entspricht das 0,15.
In der klassischen Prozentrechnung ist der Prozentsatz die Größe, mit der man Grundwert und Prozentwert verknüpft. Bei einer Mehrwertsteuer von 19 Prozent ist 19 der Prozentsatz, der Netto-Wert der Grundwert und die Steuer der Prozentwert. Bei Wachstumsraten, Renditen, Rabatten, Aufschlägen, Erfolgsquoten und Marktanteilen wird stets ein Prozentsatz genannt.
Verwandt: Grundwert,Prozentwert,Dreisatz
- Prozentwert
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Das Ergebnis einer Prozentrechnung, der absolute Betrag, der dem Prozentsatz vom Grundwert entspricht.
Der Prozentwert (W) ist das absolute Ergebnis einer Prozentrechnung, also der konkrete Anteil, der einem bestimmten Prozentsatz vom Grundwert entspricht. Im Gegensatz zum Prozentsatz ist der Prozentwert immer eine echte Größe mit Einheit.
Formel: Prozentwert = Grundwert × Prozentsatz / 100. Bei einem Grundwert von 500 Euro und einem Prozentsatz von 12 Prozent ergibt sich ein Prozentwert von 60 Euro. Mit der Dezimal-Notation kürzer: 500 × 0,12 = 60.
Der Prozentwert hat immer die gleiche Einheit wie der Grundwert: Bei Euro-Beträgen ist auch der Prozentwert in Euro, bei einer Personenzahl ist es eine Personenzahl, bei einer Strecke eine Streckenangabe. Praktische Anwendung: Trinkgeld (10 Prozent von 50 Euro = 5 Euro Prozentwert), Mehrwertsteuer, Rabatt-Betrag, Provision oder Bonusberechnung.
Verwandt: Grundwert,Prozentsatz,Dreisatz
- Rabatt
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Preisreduzierender Abschlag vom Listenpreis, prozentual oder absolut, oft an Mengen oder Treue gekoppelt.
Der Rabatt ist eine Preisreduktion, die vom Verkäufer freiwillig gewährt wird. Typische Formen sind Mengenrabatt (ab einer Stückzahl), Treuerabatt (Stammkunden), Aktionsrabatt (zeitlich begrenzt) oder Mitarbeiterrabatt.
Berechnung: Endpreis = Listenpreis × (1 - Rabatt/100). Bei 30 Prozent Rabatt auf 120 Euro ergibt sich 120 × 0,7 = 84 Euro. Der Rabattbetrag ist 120 - 84 = 36 Euro.
Achtung bei mehrfachen Rabatten: Sie werden multipliziert, nicht addiert. 20 Prozent plus 10 Prozent ergeben nicht 30 Prozent, sondern 1 - (0,8 × 0,9) = 28 Prozent Gesamtrabatt. Die früher übliche Rabattgesetzgebung wurde 2001 abgeschafft, Händler können seither frei mit Preisen werben, soweit die Preisangabenverordnung eingehalten wird.
Verwandt: Abschlag,Skonto,Prozentsatz
- Skonto
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Prozentualer Zahlungsabschlag bei Begleichung einer Rechnung innerhalb einer kurzen Frist, typisch 2 oder 3 Prozent.
Skonto ist ein vereinbarter Preisnachlass für die schnelle Zahlung einer Rechnung. Üblich sind Konditionen wie "2 Prozent Skonto bei Zahlung innerhalb 14 Tagen, ansonsten netto 30 Tage". Im Handwerk und B2B-Bereich ist Skonto fester Bestandteil vieler Angebote und Rechnungen.
Berechnung: Zahlbetrag = Rechnungsbetrag × (1 - Skonto/100). Bei 1.000 Euro brutto und 2 Prozent Skonto sind 980 Euro zu zahlen. Der Skontobetrag von 20 Euro mindert die Vorsteuer entsprechend, weshalb beim Buchen eine Steuerkorrektur nötig ist.
Der effektive Jahreszins eines verpassten Skontos ist überraschend hoch. Bei 2 Prozent Skonto über 16 Tage Differenz (30 minus 14) entspricht das einem rechnerischen Jahreszins von rund 45 Prozent. Skonto auszunutzen ist deshalb fast immer rentabler als Kreditfinanzierung, selbst über teure Dispokredite.
Verwandt: Rabatt,Abschlag,Prozentsatz
- Steuersatz
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Höhe einer Steuer in Prozent, bezogen auf die Bemessungsgrundlage, in Deutschland progressiv oder linear.
Der Steuersatz ist der Prozentsatz, mit dem eine Steuer auf eine Bemessungsgrundlage berechnet wird. Er kann linear (immer gleicher Prozentsatz, unabhängig von der Höhe) oder progressiv (mit steigender Bemessungsgrundlage steigend) gestaltet sein.
Beispiele in Deutschland: Mehrwertsteuer 19 Prozent (linear), ermäßigte MwSt 7 Prozent (linear), Körperschaftsteuer 15 Prozent (linear), Einkommensteuer 14 bis 45 Prozent (progressiv, abhängig vom zu versteuernden Einkommen), Gewerbesteuer abhängig vom Hebesatz der Gemeinde, Kapitalertragsteuer pauschal 25 Prozent plus Soli.
Im Steuerrecht ist zwischen Eingangssteuersatz (kleinste Belastung), Spitzensteuersatz (Maximalbelastung) und Durchschnitts- bzw. Effektivsteuersatz zu unterscheiden. Der Steuersatz allein ergibt noch keine Steuerlast, dazu muss er auf die Bemessungsgrundlage angewendet werden, etwa das zu versteuernde Einkommen oder den Umsatz.
Verwandt: Effektiver Steuersatz,Mehrwertsteuer,Ermäßigter Steuersatz