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Ratgeber · Prozentrechnung 2026

Rabatt richtig berechnen: Formel, Beispiele, Fallstricke

Wie der Rabatt vom Grundpreis abgezogen wird, was bei Mehrfachrabatten passiert und warum 20 Prozent vor 10 Prozent nicht 30 Prozent ergibt.

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Von Mateusz Viola

Verfasser & redaktionelle Verantwortung prozent-ausrechnen.de

7 min Lesezeit Veröffentlicht
Hinweis: Redaktioneller Inhalt. Mathematischer Rechner ohne Beratungsanspruch.

Rabatt: Was bekomme ich am Ende wirklich ab?

Rabatt ist ein in Prozent ausgedrückter Preisnachlass auf einen Originalpreis. Wenn ein Pullover für 80 Euro mit 25 % Rabatt verkauft wird, zahlst du am Ende 60 Euro. Die Rechnung dahinter ist Standard-Prozent: Vom Grundpreis wird der Rabattbetrag abgezogen.

Wirtschaftlich erfüllt Rabatt zwei Funktionen: Im Handel ist er Marketing-Instrument (Sale, Black Friday, Restposten), im B2B-Geschäft ein Verhandlungshebel (Mengenrabatt, Treuerabatt, Lieferantenrabatt). In beiden Fällen rechnet er identisch.

Die Formel: Zwei Wege zum Endpreis

Endpreis = Grundpreis - (Grundpreis × Rabatt / 100)

Eleganter ist die direkte Variante:

Endpreis = Grundpreis × (100 - Rabatt) / 100

Beide Formeln liefern dasselbe Ergebnis, die zweite spart einen Rechenschritt. Für Kopfrechnungen ist Variante 2 deutlich einfacher: 25 % Rabatt heißt 75 % zu zahlen, 30 % Rabatt heißt 70 % zu zahlen, und so weiter.

Beispiel 1: Pullover mit 25 % Rabatt

Grundpreis 80 Euro, Rabatt 25 %.

Variante 1: Rabattbetrag = 80 × 25 / 100 = 20 €. Endpreis = 80 - 20 = 60 €.

Variante 2: Endpreis = 80 × 75 / 100 = 60 €.

Dasselbe Ergebnis, weniger Schritte.

Beispiel 2: Black-Friday-Sale mit 40 % auf 199 Euro

Endpreis = 199 × 60 / 100 = 119,40 €. Du sparst 79,60 €.

Wenn du den umgekehrten Weg gehen willst, also vom Sale-Preis zurück zum Original: 119,40 × 100 / 60 = 199 €. Dieser Rückweg ist nützlich, um Mond-Preise zu entlarven: Wenn auf einem Karton 50 % Rabatt steht und der Sale-Preis 49,90 € ist, behauptet der Händler einen Originalpreis von 99,80 €. Steht im Internet ein vergleichbares Produkt für 65 €, war der "Originalpreis" Marketing.

Achtung: Mehrfachrabatte addieren sich NICHT

Ein häufiger Irrtum: "20 % Rabatt plus zusätzliche 10 % an der Kasse machen 30 %." Falsch. Die Rabatte werden hintereinander angewendet, nicht addiert.

Rechenbeispiel: 100 Euro mit 20 % und 10 %

SchrittRechnungErgebnis
Grundpreis100,00 €
Nach 20 % Rabatt100 × 0,8080,00 €
Nach weiteren 10 %80 × 0,9072,00 €

Tatsächlicher Gesamt-Rabatt: 28 %, nicht 30 %. Wer es mathematisch sauber wissen will: Bei zwei Rabatten a und b ergibt sich der Gesamt-Rabatt zu 1 - (1 - a/100)(1 - b/100), bei 20 % und 10 % also 1 - 0,8 × 0,9 = 0,28 = 28 %.

Mehrfachrabatt: 20 % + 10 % ergibt nicht 30 %, sondern 28 % 100 € START - 20 % 80 € NACH 1. RABATT - 10 % 72 € ENDPREIS Effektiv: 28 % Rabatt, nicht 30 %
Zwei aufeinanderfolgende Rabatte: 100 → 80 → 72 €. Gesamt-Effekt 28 %, nicht die intuitiven 30 %.

Skonto, Rabatt und Bonus: Drei Begriffe, drei Bedeutungen

BegriffWannWirkt auf
RabattVor oder bei KaufListenpreis
SkontoBei Zahlung innerhalb FristRechnungsbetrag
BonusNachträglich, z.B. jährlichJahresumsatz

Im B2B-Bereich sind alle drei üblich und können sich kombinieren. Wer eine 1.000-Euro-Rechnung mit 10 % Rabatt, 3 % Skonto und 2 % Jahresbonus hat, zahlt netto: 1.000 × 0,90 × 0,97 × 0,98 = 855,54 €. Die Ersparnis beträgt 144,46 € oder rund 14,4 %.

Rabatt psychologisch: Warum 49 statt 50 Prozent?

Im Einzelhandel sieht man oft krumme Werbe-Rabatte wie 33 % oder 49 %. Der Grund ist meist marketingseitig: Glatte Werte (50 %, 25 %) werden als Standard wahrgenommen, krumme Werte als "besonderes Schnäppchen" oder "spezielle Aktion". Tatsächlich ist 49 % Rabatt aber nur 1 Prozentpunkt weniger als die Hälfte und keine erwähnenswerte Abweichung.

Andere Marketing-Tricks: "Bis zu 70 % Rabatt" bedeutet, dass irgendein Artikel im Sortiment 70 % günstiger ist, die meisten aber nur 10-20 %. "3 zum Preis von 2" ist mathematisch ein Rabatt von 33,33 % auf das Gesamtpaket, fühlt sich für Kunden aber großzügiger an als "33 % auf alles".

Was rechtlich bei Mondpreisen gilt

Seit 28. Mai 2022 muss in Deutschland nach § 11 Preisangabenverordnung (PAngV) bei jeder Preisermäßigung der niedrigste Preis der letzten 30 Tage als Referenz angegeben werden. Wer also "50 % auf 99 €" auspreist, muss zeigen, dass das Produkt in den 30 Tagen vorher nicht günstiger war. Die Vorschrift soll genau die Mondpreis-Praxis eindämmen, die früher verbreitet war.

Im Rechner gegenrechnen

Bei mehrstufigen Rabatten oder krummen Werten lohnt sich der Rechner auf dieser Seite. Du gibst Grundpreis und Rabatt ein, bekommst sofort den Endpreis und den absoluten Sparbetrag. Auch der Vergleich mehrerer Angebote (welcher Shop ist günstiger?) wird so zur Sache von Sekunden.

Quellen: § 11 Preisangabenverordnung (PAngV) zur Bezugsgrößen-Pflicht; BGH-Urteil I ZR 31/22 zur Mondpreis-Werbung; Verbraucherzentrale Bundesverband, Leitfaden "Rabatte verstehen".

Häufige Fragen

Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen

Wie berechne ich Rabatt im Kopf?
Direkt den Restpreis berechnen: Bei 25 % Rabatt zahle ich 75 %, bei 30 % Rabatt 70 %. Beispiel: 80 € mit 25 % Rabatt = 80 × 0,75 = 60 €. Das ist eleganter als erst den Rabattbetrag zu rechnen und dann abzuziehen.
Warum sind 20 % + 10 % Rabatt nicht 30 %?
Weil der zweite Rabatt vom bereits reduzierten Preis abgezogen wird. 100 € × 0,80 = 80 €, dann × 0,90 = 72 €. Effektiv: 28 % statt 30 %. Mathematisch: 1 - (1-a)(1-b) = 1 - 0,8 × 0,9 = 0,28. Bei drei Rabatten weiter so kombinieren.
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt, Skonto und Bonus?
Rabatt: vor oder beim Kauf, bezieht sich auf den Listenpreis. Skonto: bei schneller Zahlung, bezieht sich auf den Rechnungsbetrag. Bonus: nachträglich (z.B. jährlich), bezieht sich auf den Jahresumsatz. Alle drei können kombiniert werden, was im B2B-Geschäft üblich ist.
Was sind Mondpreise und wie schütze ich mich davor?
Mondpreise sind fiktive "Originalpreise", auf die der Händler einen scheinbar hohen Rabatt gewährt. Seit Mai 2022 schreibt § 11 PAngV vor, dass als Referenz der niedrigste Preis der letzten 30 Tage angegeben werden muss. Wer überprüfen will, schaut auf Preisvergleichsseiten oder im Archive.org nach historischen Preisen.
Wie rechne ich vom Sale-Preis zurück auf den Originalpreis?
Sale-Preis / (1 - Rabatt/100) = Original. Beispiel: 119,40 € Sale bei 40 % Rabatt entsprechen 119,40 / 0,60 = 199 € Original. Mit diesem Rückweg lassen sich Marketing-Behauptungen wie "50 % auf alles" prüfen, indem man den errechneten Originalpreis mit Marktdaten vergleicht.
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